Haus und Garten || house and garden

Oma ihr klein Häuschen.2



Bericht von der Renovierfront, oder „Wie ich den neuen Briefträger kennenlernte“
Liegt das an mir, oder sehe ich einfach nur lustige Geschichten, die andere schlichtweg übersehen? Neulich trug sich wieder eine solche witzige Geschichte zu, die heute morgen noch witziger wurde, und das kam so:

Nachdem der Telefonanschluss meiner Oma stillgelegt wurde, mussten wir einen Neuen beantragen (ich hadere immer noch mit dem Schicksal wegen des Verlustes von Omas genial einfacher Rufnummer „98799“, schluchz). Wenige Tage, nachdem der neue Anschluss bestellt war, klingelte es an der Tür. Der Postbote vom Hülstrung begehrte Einlass! Na ja, nicht wirklich Einlass, er wollte mir nur etwas abliefern: Das DSL-Kästchen der Telekrumm. Aber diese erquickliche Bereicherung seines Tagewerks schien ihm keine Freude zu bereiten, denn er sagte gleich nach dem „Guten Tag“ sowas Ähnliches wie „Oh Nein, jahrelang musste ich hier nie was hinbringen…..“ Kunststück! Oma hat ja auch nie etwas online bestellt.

Da war mein Schalk geweckt! Um dem scheinbar arbeitscheuen Boten ein wenig zu necken, sprach´s „ Ich sag nur eeeebbbääääiiiii“. Aber da hatte ich nicht mit der Schlagfertigkeit des Postmanns gerechnet. Er nur „Oh Nein, noch so eine gelangweilte Hausfrau“  Nun muss man wissen, dass ich gar kein ebayer bin, und in 2 Jahren immerhin 10 Sternchen gesammelt habe, also so gut wie nix. Aber zwei der Sterne waren für 30 Kilo Leder-Reste sowie zwei riesige Stoff-Lieferungen, hehe. Das sagte ich dann auch dem netten Herrn von der Post… nur so als Warnung. Und damit er sich auf´s Stoffschleppen einstellen kann. Bin ich nett?

Nun, nach meinen genüsslichen Schilderungen über Art und Gewicht meiner wenigen Bestellungen, waren seine letzten Worte so deutlich wie sie nur sein konnten: „Können Sie bitte wieder ausziehen?“

Nach meinem kurzen und knappen „nein“ trollte sich der lustige Bote. Bis wir uns heute morgen wiedersahen. Schliesslich bringt er ja nicht nur mir die Post. Ich winkte zaghaft, als er vorbeifuhr, man sollte es sich mit wichtigen Leuten im Dorf nicht vollends verscherzen! Da ruft er aus dem Autofenster: „Schöne Grüße von Antje W.“ (Name der Redaktion bekannt)

Ja was????? Waaaas? 1) Woher kennt er Antje, und 2) woher weiss er wer ich bin? Hä? Ich hab ihn natürlich ausgequetscht. Denn Antje ist eine Freundin aus längst vergangenen Tagen, als wir jung und voller Tatendrang waren und seinerzeit das Solinger Mütterzentrum gegründet haben. Das war vor 20 Jahren, und fast genauso lange habe ich Antje nicht mehr gesehen. Und da hat dieser Postbote einen Gruß von ihr? Ich dachte, es guckt wieder einer von oben zu und lacht sich kaputt (das Gefühl habe ich sehr, sehr oft)

Nun, nachdem ich dem Postboten im zähen Ringen quasi die Würmer aus der Nase gezogen hatte, weiss ich nun: Antje ist mit ihm in zweiter Ehe verheiratet und gleich drauf bekam ich ihre Nummer. Ich hab auch sofort angerufen, und aufs Renovieren gepfiffen. Wie klein die Welt doch ist! Wenn meine Bude fertig ist, lade ich Antje zum Kaffee ein. Und wenn ich mir einen Scherz machen will, schicke ich ihr die Einladung per Post, mit einem ausdrücklichen „UAWG“ (um Antwort wird gebeten) und zwar schriftlich. Denn die Antwort kommt dann per Post, und ratet mal, wer mir die bringen muss!

Bis bald, eure Bärbel

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