Auf allgemeinen Wunsch mal ein detaillierter Bericht über mein Kräuterbeet. Da hat die Welt drauf gewartet.

Eigentlich wollte ich mit dem ganzen Fotokrams ja warten, bis ich so eine Art „Vorher-Nachher“ bieten kann. Vorher kahl und trostlos, nachher die wahre Pracht. Also der Garten, meine ich.

Immerhin ist ja jetzt schon einiges an Grün. Aber das Kräuterbeet ist erst auf halbem Weg. Angefangen hat alles….

*Rückblende in schwarz-weiß, Stummfilm, Kratzer im Bild und der Text steht unten als Untertitel*

Der Vorfahr von Kuno Wengenroth (Bärbels Opa) füllt die Form mit feuchtem Lehm, stopft ihn fest und schlägt den Ziegel mit einem kräftigen Schlag heraus. Er legt ihn zum Trocknen beiseite und füllt die Form erneut. Später wird er ihn dann behutsam brennen um die fertigen Ziegel Schicht um Schicht zu einer Nordmauer am Haus aufzuschichten.

*Rückblende wird bunt*

Bärbel, die Ur-Ur-Ur-Enkelin des Ziegelmachers, renoviert mit ihrer Familie einen alten Anbau des Hauses. Dabei fällt ein Teil der Mauer- das letzte erhaltene Stück eines alten Bauernhauses- in sich zusammen. Zum Glück hält ein quer verlaufender Balken die Wand stabil, und die Familie kann die Wand schnell mit neuen Steinen ausmauern.

Ein Container wird bestellt, die alten Ziegel hineingeworfen. Am nächsten Tag schleicht Bärbel sich mit Hammer und Schubkarre zu dem Container um die alten Ziegel zu retten. Mißtrauische Blicke von Passanten werden ignoriert, höhnische Bemerkungen des Nachbarn („Trümmerfrau“) mit Humor genommen. Bärbel weiß, daß sie das Richtige tut.

2 Jahre werden die Ziegel hinter dem Haus gelagert, sehr zum Unmut der restlichen Familie. Bärbel hat jedoch eine Vision: Diese Ziegel wurden von ihren Ahnen mit eigener Hand geformt, und sie wird ihnen neues Leben einhauchen.

März 2009. Bärbel transportiert die Ziegel zu dem neuen Gelände des Gemüsegarten.

garten04

*Rückblende Ende*

Hier sieht man auch mal die ganze Gartenfläche, ich kann kaum glauben, daß die so klein ist…. mit Schritten ausgemessen kam ich auf ca. 11 mal 12 Meter.

Mittendrin wie ihr seht meine geretteten Steine. Und schon mal eine einsame Pflanze, ein alter Thymian der hinter meiner Küche vor sich hin kümmerte. Nun hat er einen exponierten Platz in der Sonne.

Das sah dann so aus (sorry, überbelichtet)

garten03

Und jetzt…tadaaaaa… wie das Kräuterbeet letzte Woche aussah:

garten02

Mittlerweile habe ich wieder ein paar neue Zweiglein in die Ritzen gestopft, und hinter dem Beet einen Plattenweg verlegt, aber ich glaube ich werde sowieso niemals den aktuellen Stand des Gartens knipsen können. Dreht man ihm den Rücken zu, hat er sich schon wieder verändert.

Wie ihr seht, ist diese chaotische Aufschichtung oller Steine mehr als es auf den ersten Blick scheint. Da ist mein Herzblut drin, und ein paar Steine, die ein unbekannter Vorfahr selbst gebrannt hat. Oder ein Freund, oder ein Nachbar. Egal, die sind handgemacht, und das ist es, was in meinen Augen zählt!

Jeder Stein könnte eine Geschichte erzählen.

Die Katzenminze unten rechts habe ich übrigens bei einem Besuch meiner Kölner Freundin Marion aus dem Straßengraben gerettet. Man sollte es kaum glauben: In der Großstadt wachsen Kräuter in Bordsteinritzen. Aber das ist eine andere Geschichte….

Facebook Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: