DIY

Winterpause?



Hab ich echt so lange nichts mehr geschrieben?

Nee, ich war nicht krank, aber es gab nichts Interessantes zu erzählen. November bis Dezember ist immer saure Gurkenzeit, Weihnachten steht vor und hinter der Tür, mir ist es zu kalt um auch nur zum Komposthaufen zu gehen, der ohnehin eine Zeitlang völlig eingeschneit war.

Ich habe auch- recht ungewöhnlich- kein neues Hobby angefangen, nur ein paar alte wiederbelebt.

Mein Nanowrimo liegt nun halbfertig in der virtuellen Schublade. Dieser Schreib-Monat war eine tolle Erfahrung, denn ich habe viel gelernt…nicht nur dass das Schreiben anders ist als ich dachte, sondern dass es noch anders ist als ich dann nach dem ersten Umdenken dachte.

Eine Geschichte im Kopf ist schwerer in die Schriftform zu bringen als vermutet. Einfach runterschreiben ist ein Klacks, ich mache grade nichts anderes. Aber ein Szenario, welches sich in meiner Vorstellung klar und deutlich entwickelt so mit Worten zu beschreiben, dass der Leser es auch versteht… das finde ich unglaublich schwierig.

In meiner Geschichte entstanden immer mehr Szenen, in denen die wörtliche Rede dieses Hintergrundwissen um Ort und Geschehen ersetzt. Doof. Man will ja nicht nur Gelaber der Personen lesen. Ich muss die ganze Geschichte ganz anders anpacken. Und komplett neu schreiben.

Aber das ist gut, denn ohne den ersten Fehlversuch hätte ich ja nie erfahren wie man NICHT anfangen sollte.

Doch das verschiebe ich auf ein andermal. Vielleicht im nächsten Winter. Im Grunde geht es um die Magie in meinem Garten. Und die erschließt sich mir nach und nach, da muss ich nicht gleich nach den ersten drei Jahren einen Roman drüber schreiben.

Magie wird heutzutage inflationär benutzt. Für mich ist sie eine reale Größe im täglichen Leben, und emotional belegt. Kollektives Bewusstsein gemischt mit Archetypen die sich durch die menschliche Geschichte spannen, ergeben sich wiederholende Klischees wie Feen, Magier und Zaubersprüche.

So lächerlich diese Klischees auch sein mögen, sie verschandeln in meinen Augen den Blick auf eine Art von Magie, die wir alle kennen: Freude, Liebe, Glück oder Trauer.

Wenn ich sage mein Baum spricht mit mir, dann sagt er nicht „Guten Morgen“, sondern ich fühle mich durch Zeit und Raum getragen, sehe seine ersten dünnen Äste die noch mein seit langem verstorbener Großvater gesehen hat. Ich weiß im Herbst gibt er mir reichlich Früchte, und ich fühle seine Belustigung angesichts meiner Gedanken. Mag sein es ist auch nur das Spiegelbild meiner eigenen Belustigung über mich selbst, who cares?

Meine Magie ist nicht mit Zaubersprüchen zu erreichen, außer man wertet „Das ist aber ein hübsches Kleid“ als Zauberspruch. Wenn ich es zu einer Passantin sage, die bei der Auswahl ihrer Garderobe große Liebe und Sorgfalt in ihr Erscheinungsbild investiert hat, dann zaubert das ein Lächeln in ihr Gesicht. Wenn das nicht magisch ist!

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