Haus und Garten || house and garden travel

blogs, blumen und bücher



Oder sollte ich sagen Bücher, blogs und Blumen? Oder Blumen, Bücher und blogs? Wie man es auch dreht und wendet, mal ist das eine, mal das andere vorne.

Diese Woche waren eindeutig und unumstößlich die Bücher ganz weit vorn, und das kam so:

Wie ihr ja wisst war ich mit Familie in Engelland. Da wir mit dem Auto dorthin gefahren sind, hatten wir viel Zeit uns auf der Fahrt durch 4 Länder (Deutschland, Niederlande, Belgien, United Kingdom) im Auto irgendwie die Zeit zu vertreiben.

Ich hatte natürlich mein Häkelzeug dabei und habe recht lustlos ein paar Häkelblümchen fabriziert. Dann las ich meinem Jüngsten aus einem Kinderbuch vor, denn ich versuche ihn seit geraumer Zeit zum Lesen zu animieren.

Wie mein Sohn war der Protagonist des von mir gekauften Buches 12 Jahre alt bzw. wird es im Laufe der Handlung. Ich las dann einige Kapitel vor und bekam beinahe Halsschmerzen, denn wenn man einen fiktiven Text im Auto vorliest und ständig gegen die Fahrgeräusche ankämpfen muss ist das recht anstrengend. Aber wie das oft bei guten Büchern ist hängt man schnell am Haken der Storyline und will wissen wie es weitergeht.

Also las ich still für mich selbst bei jeder Autofahrt und abends im Bett an „Gregor und die graue Prophezeiung„. Ich finde immer noch dieses erste Buch aus einer 5teiligen Reihe ist das am wenigsten spannende, aber zu Anfang weiß man ja nicht dass es spannender wird und erliest sich eine stetige Steigerung. Außerdem wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es vier weitere Teile gibt.

Daheim angekommen betrat ich zum Wochenanfang durch einen puren Zufall nach einer cirka 20jährigen Pause unsere örtliche Bücherei. Mir ist im Nachhinein absolut schleierhaft, wie man um einen so wichtigen Ort so lange einen Bogen machen kann, denn schließlich bin ich eine Leseratte, mal mehr mal weniger. In den letzten Jahren wohl eher weniger, und nach Jahren der Leseabstinenz -Garten- und Häkelbücher mal ausgenommen – hatte mich wieder ein Buch gepackt.

Als ich nun versehentlich am Montag in die Bücherei stolperte standen da auf einmal 4 weitere Gregor-Romane! Wahnsinn! Ich habe mir einen Büchereiausweis besorgt und gleich ein Buch mitgenommen. Montag las ich Band 2, Dienstag las ich Band 3, Mittwoch Band 4 und heute, am Donnerstag Band 5.

Zwischendrin lud mich die nette Bibliothekarin (Namen muss ich nachreichen) zu einem Stricktreff in der Bücherei ein, von dem ich eben zurückkam. Als ich von meiner Lesesucht erzählte, war die erste Reaktion „Dann haben Sie ja nichts anderes gemacht!“ Das kommt hin. Außer Urlaubswäsche waschen und trocknen, Kohl und Kartoffeln ernten und ca 600 qm total verwahrlosten Rasen zu kürzen habe ich nur gelesen. Sogar beim Spaziergang von der Bücherei nach Hause, denn lesen und laufen kann ich zum Glück gleichzeitig.

Ich muss leider sagen, ich bin vom Ausgang des letzten Buches etwas enttäuscht. Nach einer Stunde Google auf Fanseiten scheint das aber eine Spezialität der Autorin zu sein, den Leser am Ende im Regen stehen zu lassen. Band 4 endet sogar mitten in den Handlung, was mich als Leser VOR dem Erscheinen des 5ten Bandes sehr verärgert hätte.

Heute morgen zur Ausleihe- abends zum Handarbeiten in die Bücherei, wann hat man das schon? Die anderen Damen haben gestrickt, aber waren dem Häkeln nicht abgeneigt. Nächstes Mal bequatsche ich die Mädels weiter, und zeige ihnen wie toll gehäkeltes Zeug sein kann. In den Buchregalen der Handarbeitsecke stand sogar ein Buch zu dem ich etwas beigesteuert habe, was ein tolles Gefühl ist, aber auch frustrierend weil andere Verlage stärker vertreten waren. Ich muss der Bücherei mal ein paar meiner Bücher schenken….

Wir sprachen auch über blogs, und ich bin nicht meiner alten Angewohnheit gefolgt, mich gleich um ein neues blog zu reißen, das besprochen wurde und für das Freiwillige gesucht werden: Ein blog der Stadtbücherei. Lust hätte ich ja, aber um mich fundiert über Bücher auszulassen fehlt mir das Wissen und die Erfahrung. Schaaaade. Ich hoffe aber das blog kommt eines Tages zustande, damit ich es euch verlinken kann.

So, blogs hatten wir, Bücher auch. Fehlen noch die Blumen.

In Engelland habe ich mit den Augen ständig am Boden geklebt (wenn ich nicht grade gelesen habe). Als Blumensammlerin kann man ja auch schlecht nach oben gucken, gell? Dabei habe ich verschiedene Wildblumen gefunden und ein paar Ableger in Blumenrabatten gekla…gestutzt.

Eine Blume möchte ich euch heute noch kurz zeigen, damit die Pflanzenkenner was zu Lachen haben:

Ich fand diese pinkfarbene Schönheit in einer Mauerfuge am Nordseestrand auf englischer Seite. Da mein Garten mich in diesem Jahr mit Pink überhäuft hat, dachte ich es würde daheim ganz gut passen und ich habe ein Zweiglein ausgerupft. Und heil nach Hause gebracht. Und dann hier vor Ort seine deutschen Verwandten gesehen: Die Weidenröschen.

Allein zu der Gattung könnte ich euch Romane erzählen, denn die verfolgt mich schon seit Jahren. Eine Unterart ist eins der Unkräuter hier, gegen den ich den Kampf aufgegeben habe. Mit einem weiteren, dem schmalblättrigen Weidenröschen habe ich bereits im letzten Jahr meinen Frieden gemacht, weil es einfach zu hübsch ist und meine Beete quasi kostenlos auffüllt.

Beim gestrigen Spaziergang aus der Bücherei konnte ich dann während des Gehens und Lesens noch weitere von den Blümchen entdecken, und diesmal sahen sie meinem englischen Zauberblümelein recht ähnlich. Ich vermute es handelt sich um ein „Zottiges Weidenröschen“. Ob das englische Pflänzchen das weiß? Und wie kam es in die Mauerritze? Auf jeden Fall habe ich nun Samen bekommen und im Steingarten vergraben. Und verschiebe die genaue Bestimmung auf nächstes Jahr. Hauptsache schön bunt und nicht gelb oder rot. Passt schon. Nur warum bin ich für das Unkraut bis nach England gefahren, hä?

Habt ihr echt bis hier unten hin gelesen? Der Hammer! Das schaffe ich ja selber kaum, und ich habe den ganzen Sabber geschrieben. Ich wollte noch kurz ein weiteres Bild aus Engelland nachschieben, nur damit ihr wisst wie ich im August/September 2011 aussehe. Schummriges Licht und „smile“ haben ein paar Falten ausgebügelt, und Photoshop musste nur helfen damit das ganze Bild etwas schärfer wurde. Was ihr seht ist der Spiegel im Hotelzimmer…. und was er reflektiert wenn ich davor stehe, grins.

Ich persönlich mag es wenn ich sehe wer hinter blogs und websites steckt. Ein blog kann noch so schön sein, wenn ich nie gesehen habe wer es füllt ist es so anonym wie ein Hochglanzmagazin im Supermarkt.







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