Oh Mann!

Nachdem ich 4-5 Jahre lang damit gekämpft habe mein neues Hobby „Garten“ endlich zu verstehen (und es fast aufgegeben habe) ist die nächste Sucht noch schwerer zu packen.

Kosmetik ist ein extrem weites Feld und so alt wie die Menscheit selbst. Denn die Höhlenmenschen haben nicht nur die Höhlen, sondern auch sich selbst angemalt.

Dabei muss man wissen, wie man mit allen möglichen Körperteilen umgehen muss. das Gesicht zuerst, denn die Hände, der ganze Körper und natürlich die Haare. Für das Gesicht allein gibt es tausende von Produkten, und ich muss nun seit ein paar Wochen meinem Mann erklären, warum ich allein für meine Augen mehr als einen Pinsel benötige. Männer….

In den 80ern habe ich Grafik-Design studiert. Ich KANN mit einem Pinsel umgehen. Aber sich die rechte Hand mit der linken anmelden…. das geht garnicht! Heute morgen hatte ich nach zwei Kaffees (schlecht für das Weiß der Zähne, auweh) so zittrige Pfoten, dass meine Nagelversuche völlig unzumutbar geworden sind.

Wie machen die Weiber mit den perfekten Fingernägeln das nur? Trinken die nie Kaffee? Das war eine rhetorische Frage.

Von meinem Unvermögen habe ich mich aber noch nie entmutigen lassen, schließlich bin ich kreativ. Und weil meine Freundin Anne schon Ende der 90er das Serviettentechnik-Stempeln zur Perfektion gebracht hat, ging mir diese Sache mit den Serviettenmotiven nicht aus dem Sinn. Mit der Technik, die mittlerweile alle Stempler kennen dürften, kann man jedes beliebige Stempelmotiv auf jeden beliebigen Untergrund bringen. So lange dieser lange genug stillhält 🙂

Das Problem bei Serviettentechnik plus Nägel ist, dass der Serviettenkleber normalerweise auf Wasserbasis und relativ dickflüssig ist. Auf kleinen Stempelprojekten vernachlässigbar, aber auf einer so winzigen Fläche wie Nägeln ein No Go!

Die Lösung brachte ein Hinweis meiner lieben Larp-Näh-Häkelfreundin Aud (link zu ihrem blog rechts im Kasten „Freunde“, „Susanne näht“): Sie zeigte mir das blog eines Mädels, welches in Sachen Nageldesign echt was drauf hat: Emily Devine. Ich kann ruhig zugeben dass ich sie beneide: Sie ist superhübsch und total begabt, aber diese Sache mit der Tageszeitung auf den Nägeln hat was von einer Technik, die ich  seinerzeit im  Kunstleistungskurs gelernt habe. Man legt einen Druck aus einem Magazin mit der bedruckten Seite nach unten auf ein Papier und reibt es von hinten mit Alkohol (Spiritus) ab. Der Alkohol löst das Bild und es bleibt- etwas abgeschwächt- auf dem Papier haften.

Ich habe bei google nach der Technik gesucht, konnte aber nix finden. Lohnt sich da ein Tutorial? Wie dem auch sei: Die Technik bringt mich meinem Ziel die Stempel auf die Nägel zu bekommen schon näher.

Ich hab es dann mit einer Kombination aus Stempelserviettentechnik und der Alkoholtechnik versucht. Der erste Versuch ging schief, weil das verwendete Stempelkissen von meinen „Alkohol“ wieder angelöst wurde. Wie ich es bei der Stempelserviettentechnik gewohnt bin, habe ich „StaZon“ benutzt, eine Farbe die permanent trocknet, aber für glatte, nicht saugende Untergründe vorgesehen ist.

Nicht sehr schön! Aber das muss besser gehen. Der nächste Versuch klappte schon ganz gut, diesmal habe ich ein Brilliance-Stempelkissen benutzt:

Brilliance ist eine Stempelfarbe für saugende Untergründe, also perfekt für die Servietten. Und das gut getrocknete Brilliance hat auch die spätere Behandlung mit dem Alkohol/Nagellackentferner ausgehalten.

Den dritten versuch habe ich dann mitgefilmt um ein Tutorial draus zu machen. Voilà!

 
Nageldesigner werden sich kugeln vor Lachen, aber wartet nur ab… in ein paar Jahren kann ich das genausogut wie ihr!
Das finale Nageldesign mit Motivstempeln sieht nun so aus:

Ich hab im unteren Nagelbereich ein bisschen retuschiert, weil ich mich nicht allzusehr vor dem Kosmetikfans blamieren will, aber das Motiv selbst sieht schon klasse aus. Besser wäre es mit feineren Linien geworden, aber da muss ich erstmal meinen Stempelfundus durchsuchen.

Da ich nun gesehen habe, wie ein Stempelmotiv beschaffen sein sollte damit es auf Nägel gut aussieht, werde ich neue Motive zeichnen. Das Thema wird also vertieft….  Was mich an all den Kauf-Designs stört ist die Wahrscheinlichkeit, dass mit einem Massenprodukt dann auch andere rumlaufen. Mit einem solchen selbstgemachten Design wird man kaum jemanden treffen, der das Gleiche hat!

Wer schon einmal von diesem Nagel-Stamping gehört hat: Ja, das ist eine Art Stempeltechnik, ein „Tampondruck“ um genau zu sein. Aber meiner Meinung nach schwieriger nachzumachen als obrige Technik, und außerdem gibt es nur eine recht begrenzte Auswahl an Motiven.

Aber jeder wie er mag, gell? Das Rosenmotiv ist von der Stempelschmiede, das Blümchen von fairysale (bei der Stempelschmiede erhältlich). Die Stempelschmiede hat außerdem jede Menge kleiner Motive, die sich eignen würden. Viel Spaß beim suchen 😉

Facebook Comments
  1. Prüfung, welche Prüfung???? Nageldesigndingens etwa? Warum SAGST Du mir das nicht! Ich will das lernen, wenn auch nicht so gut wie Profis. Aber ich finde das Thema sooo interessant. Kann schlecht tippen, der neue Lack trocknet grade ^^

  2. Oh mei, wenn ich das bei meiner Brüfung damal gemacht hätte, die hätten mich bestimmt Windelweich gekloppt.

    Dabei sieht das so klasse aus!!!

    Dann wieso ich hier keine Verfolgerin war, keine Ahnung!!!!

    Aber nun entgeht mir nichts mehr!

    Liebe Grüße Mamalade

  3. Very cool!

    Happy blogoversary 🙂

  4. Oder gibt es da noch was Anderes? Was ich nicht kenne?`Ich komme jetzt echt ins Grübeln! Zu Hülfe, Natascha

  5. Joah, ich weiß… das ist aaaaaber eigentlich ein Tampondruck…. *klugscheiß*

  6. hei.. das sieht gut aus…

    es gibt für NÄgel extra Stempelchen…

    weiss wovon ich spreche.. lass sie mir alle 4 wochen machen..

    lg
    natascha

  7. Bärbel meine Heldin der Kreativität!

    Das ist genial, ich werde das ausprobieren. Und zwar jetzt sofort! :-*

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