Habt ihr als Kind auch so viel Spaß daran gehabt im Matsch zu spielen? Sachen zu beschmieren? Rumzukritzeln wo man nicht rumkritzeln darf? Ich vermute, diesen Spieltrieb leben Erwachsene aus, wenn sie sich der „Altered Art“ hingeben.

Da wird gemalt und geklebt, geschnipselt und zusammengepappt. Und es sieht immer künstlerisch aus, wie der Name schon sagt. Aber ich habe noch kein Exponat von Altered Art gesehen, das zu irgendetwas nütze gewesen ist.

Ein Kind fragt niemand, ob es für das Kind Sinn macht im Matsch zu spielen. In der Schule habe ich gelernt, dass Kinder Phasen durchlaufen. Die „destruktive Phase“ ist notwendig, damit ein Kind lernen kann wie Dinge aufgebaut sind, wie sie funktionieren. Etwas kaputt machen um etwas anderes daraus herzustellen, das ist der Lauf der Dinge.

Als großer Künstler ist der Weg das Ziel, der Schaffenprozess erzeugt lustvolle Befriedigung und man fragt nicht nach dem späteren Verwendungszweck.

Kunst lehrt uns oder erfreut unser Auge. Muss ein Kunstwerk zu etwas nütze sein? Kann Nützliches dann keine Kunst sein? Wollt ihr wissen, was ich zum Thema Kunst denke? Wirklich? Ich sage es euch: Da kann ich ein Ei drauf kloppen.

Kein Kunstwerk hat mir je etwas gegeben, außer denen die ich angefertigt habe, zum reinen Selbstzweck. Danach haben sie rumgelegen. Ich hatte meinen Spaß. Darum werde ich das auch weiterhin tun. Basteln. Malen. Für nix und wieder nix.

Aber falls ich mit diesem Basteln dann was erschaffen kann was auch nur im entferntesten einen Sinn ergibt, dann lasse ich es euch wissen. Vielleicht gibt es euch was. So wie meine Nadelkissen aus alten Kuschltieren. Spaß, Schaffensfreude, Recycling und Nutzen- das wäre meine Glücksformel.

Heute hatte ich Spaß, Schaffensfreude und sogar Recycling. Nur leider keinen Nutzen. Noch so ein Bild das rumliegt. Aber es war lustig eine neue Technik auszuprobieren. Ich werde sie erneut benutzen und für mich verbesseren, denn ich bin noch unzufrieden. Wenn ich dann auch noch weiß, was ich damit machen kann, dann bin ich richtig glücklich.

Die Technik, die ich ausprobiert habe: Auf alte Buchseiten stempeln. Den ersten Stempelabdruck habe ich weiß übermalt, erneut gestempelt (Stempelsetzer!) und coloriert. Sieht hübsch aus. Was auch immer man nun damit machen kann. Nach meiner Glücksformel 3 von 4 Punkten.

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