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Der heutige Frickel-Freitag zeigt euch etwa die Hälfte meines Herzbluts. Diese Technik ist eine meiner ewigen Lieblingstechniken, doch da sie so schwierig ist habe ich es über 10 Jahre vor mir her geschoben sie zu zeigen.

Das Stempeln auf Porzellan ist dabei garnicht so schwierig. Das Problem sind die Farben und die Nachbearbeitung. Doch dazu später mehr.

Das Porzellanstempeln hat meine Freundin Irmgard „erfunden“. Zumindest habe ich es seitdem bei niemandem jemals gesehen, und auch wenn es gewiss Leute gibt, die das irgendwo auf der Welt machen… ich habe sie nicht finden können.

Die Grundtechnik ist so simpel, meiner Meinung nach sogar einfacher als auf Papier zu stempeln. Das erste Problem ergibt sich jedoch schon vor dem Stempeln: Welche Farben braucht man?

Allein zu diesem Thema hätte ich euch einen ganzen Roman zu erzählen, was ich euch ersparen will. Soviel vorab: Ich arbeite seit Jahren (!) an der Vereinfachung der Materialwahl. Und habe bereits nette Ergebnisse erzielt, aber meine Ansprüche sind hoch. So bald ich eine EINFACHERE Methode gefunden habe, werde ich es bekannt geben. Und von allen Dächern pfeifen! Bis dahin habe ich folgende Vorschläge für euch:

Irmgard benutzt die Farben der Firma Schjerning (klick). Porzellanmaler werden gewiss andere Firmen kennen, ich kenne nur diese. Ich verlinke euch diese Firma nur ungern, denn meine Mail-Anfragen nach Bezugsquellen wurden ignoriert. Auf einer Messe bekam ich nur Desinteresse. Darum muss ich euch schuldig bleiben wie und wo man sie kaufen kann. Fragt doch selber mal bei Schjerning nach, vielleicht wachen sie dann auf. (Irmgards Quelle gibt es nicht mehr)

Diese Farben kommen in Pulverform und werden mit einem Malmedium angerührt. Wir haben das Medium ohne Öl benutzt, da Öl dem Stempel schadet. Wollt ihr ölhaltige Farben verwenden, den Stempel schnell wieder reinigen, damit das Gummi nicht beschädigt wird. (Öl schadet Gummi nur in langen Zeiträumen, wenn Öl mal kurz draufbleibt bricht nicht gleich die Welt zusammen).

In drei Besuchen bei Irmgard (das waren für mich 360 Kilometer, das tue ich alles für euch!) entstanden ein Teller, eine Tasse und eine Kachel, die fortan als Topfuntersetzer meine Küche ziert. Wie wir sie gemacht haben, das zeige ich euch in dem Video. *Trommelwirbel* Ich habe 12 Jahre gebraucht um es fertig zu stellen, könnt ihr euch vorstellen, wie happy ich heute bin?

Da man im Video die Technik das „ausradierens“ zwar sehr gut sehen kann, jedoch nicht die Ergebnisse im Detail, hier noch zwei Fotos um es besser zu zeigen. So lange die Farbe noch nicht eingebrannt ist, kann man sie wieder abwischen. Dies kann man sich zunutze machen, um helle Details wieder herauszuarbeiten. Denkt an helle Federn wie bei der Eule, Fell bei Mietzen oder Haare bei Elfen.

Seht ihr was ich meine? Genauso korrigiert man auch schlecht gestempelte Linien oder ganze Bereiche. Und malt sie nach. Macht das mal mit Papier!

Der große Knackpunkt bei dieser Technik: Man braucht einen Töpferofen! Ich bin darum zu Irmgard gefahren, die ein solches Schätzchen im Keller hat. Ich kann euch nur den Tipp geben, mit dem nächstgelegenen Brennservice zu sprechen. Habt ihr ein Töpferstudio in der Nähe, haben die bestimmt auch die Farben und Werkzeuge. Und brennen euch eure Werke gegen ein Entgelt.

Wichtig: Wenn ihr schwarze Konturen ausmalen wollt sind zwei Brände nötig. Der erste für die schwarze Kontur, der zweite nach dem Ausmalen. Für beide Brände müsste ihr euer Werk zum Brennen transportieren, OHNE das Motiv zu beschädigen. Vor dem Brennen ist das Bild noch empfindlich, also benutzt eine große Kiste um eure Schätzchen zum Brennen zu bringen, wo die Motive nicht zerkratzt werden. Viel Glück!

Oh, und falls ihr bleihaltige Farben verwendet: Nicht davon essen. Ich mache das, aber BITTE fragt euren Farbenverkäufer ob es ratsam ist. Eine Tasse wird ja außen bestempelt, lasst die obere Kante frei damit ihr nicht immer an der Farbe lecken müsst beim Kaffeetrinken. Sie geht nicht ab wenn sie bei 800 Grad eingebrannt wurde, aber sicher ist sicher.

Nach dem zweiten Brand ist das Werk unkaputtbar. Die Tasse nicht, aber sollte sie zerbrechen ist das Motiv immer noch auf den Scherben! Habt ihr Qualitätsfarbe benutzt und diese nicht in einer zu dicken Schicht aufgetragen (zu dicke Lagen können abplatzen) dann hält euer gestempeltes Kunststück alles aus, was auch die Tasse aushält.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Porzellanstempeln. Bitte hinterlasst uns einen Kommentar, wenn ihr es mal ausprobiert. Ich freue mich über liebe Worte.

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Facebook Comments
  1. Danke für´s Zeigen, das Video hat bestimmt richtig viel Arbeit gemacht. Man merkt, dass dein Herzblut drinsteckt 🙂
    Leider ist das dann doch eine Materialschlacht, aber für notorische Selbermacher ist das ja nicht abschreckend……

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