Heute richte ich mich ausschliesslich an Kreative mit dem Stempelhobby. Damals in meinem Stempelladen wurde ich fast täglich gefragt „Womit male ich die Stempel aus?“ und meine Antwort war „Mit allem was färbt“.

Man kann in der Tat einen Stempelabdruck ausmalen wie man will… mit Buntstiften, Aquarellfarbe, Filzstiften, verdünnter Acrylfarbe, Seidenmalfarbe oder meinetwegen dem Kaffeesatz. Ob das Ergebnis gefällt ist eine andere Frage. Seht es wie bei einem Kunstwerk: Der eine malt mit Öl, der nächste favorisiert Aquarell. Es gibt keine Regel, außer dass es einem selbst gefallen muss.

Während meiner 10jährigen Stempelpause hat sich viel getan in diesem Thema. Als ich wieder eingestiegen bin, war ich völlig erstaunt wie hoch die Qualität mancher Stempelwerke ist, die Colorierung sah fast aus wie mit Airbrush angelegt, aber bei der Größe mancher Motive ist das unmöglich! Ich kannte zwar Alkoholstifte noch aus der Uni, aber meine eigenen Experimente damit auf Stempelabdrücken in den 90ern waren nicht so dolle. Heutzutage zaubern Stempler atemberaubende Colorierungen mit Alkoholstiften! Und Stempeltuschen. Die beliebteste darunter ist eine Tusche der Firma Ranger, die ich aus meiner Ladenzeit noch gut kenne. Alle Welt coloriert mit „Distress“.

Ich bin einer der Fische, die immer gegen den Strom schwimmen. Ich wollte den Distress-Effekt mit meinen eigenen Tuschen von Tsukineko erzielen. Ich muss sagen es ist kniffelig. Aber (!) mit Distress ist es das auch. Meine liebe Freundin Simone, auch bekannt als „Stempelqueen„, hat diese Technik nach vielen Versuchen perfektioniert. Ihr bester Tipp, den ich mir zu Herzen nahm, war: Es liegt am Papier.

Daraufhin habe ich mit allen Aquarellpapieren experimentiert, deren ich habhaft werden konnte. Ich mag die Firma Hahnemühle sehr, aus persönlichen Gründen. Von Hahnemühle habe ich zig verschiedene Papiere, und habe sie alle durchprobiert. Mir erscheint der wesentliche Unterschied zu sein, wie stark das Papier die Farbe aufsaugt. Eigentlich logisch.

Saugt das Paper die Tusche schnell auf, wird diese nicht verlaufen, was toll ist. Aber man hat auch Schwierigkeiten, Farbverläufe zu erzielen. Auch logisch. Saugt es weniger stark, kann ein Zuviel an Farbe schnell über die gestempelte Linie hinaus laufen, aber es ergeben sich dafür weichere Farbübergänge. Alles in allem macht Übung des Meister. Ich werde noch viel mit meinen Tsukineko-Farben ausmalen und euch dann meine Erfahrungen hier berichten.

Meine bisherigen Favoriten der Firma Hahnemühle sind:

Britannia, Bamboo und Carnet. Cézanne blutet nicht aus, lässt sich aber nicht gut verteilen. Carnet hat einen etwas dunkleren Farbton, Britannia und Bamboo sind reinweiß. BITTE achtet auch auf die Oberfläche, es gibt von allen Papieren verschiedene Prägungen. Für Stempel sollte die Oberfläche natürlich möglichst glatt sein, auf meinen Papieren steht dann „matt, grain fin“. Ich frage auch noch Hahnemühle danach, wie man beim Kauf im Kunstbedarf oder Bastelladen diese Informationen finden kann. Mein Favorit unter diesen Papieren wechselt täglich… heute ist es Bamboo. Probiert es einfach selber aus!

memento_coloring

Hier noch ein Muster mit Britannia.. ach, wie soll man sich da entscheiden?

mementocoloring01

Und damit man mal sieht, wie ICH jetzt meine Stempelmotive ausmale, habe ich ein Video davon gemacht.

Dies ist nur der Anfang! Ich bin so begeistert vom Colorieren mit Mementos, dass ich noch weitere Video machen möchte. Wenn mich heute jemand fragen würde „Womit male ich die Stempelmotive aus“ würde ich sagen: Mit Memento!

Facebook Comments
  1. Ach wie gut, daß es Kreative wie dich gibt, die Menschen wie mich immer mal wieder mit der Nase drauf stupsen, was man nicht alles mit den vorhandenen Mitteln erreichen kann! Das muß ich unbedingt ausprobieren. Bin ein grooßer Memento-Fan!! Danke dir!
    LG
    Angelina

  2. Bianca Petersen-Jeltsch

    Ooooh Baerbel! Danke! Das ist so wundervoll geworden! Jetzt hab sogar ich das verstanden 😉 … und eins weiß ich, ich BRAUCHE MEMENTOS! 😀 … du Verführerin 😉

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