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Stoffzuschnitt the Born way



espandrilles_prym_16Ich weiß es noch wie heute, dabei muss es so um 1979 rum gewesen sein: Ich habe mir mein erstes Kleidungsstück nach einem amerikanischen Schnittmuster genäht.

Wie groß war meine Verwunderung, als das Designerteil einem Elefanten gepasst hätte… ich wusste nicht, dass bei dem Amis die Nahtzugaben im Schnitt enthalten sind. Diese Erfahrung habe nicht nur ich machen müssen. Gibt man den US-Schnitten die Nahtzugabe wie gewohnt hinzu, ist das Traumkleid 10 Nummern zu groß. Mindestens.

Sowas passiert jedem aber nur einmal im Leben. Versuch macht kluch. Ich habe viele weitere englische Schnitte genäht, und dabei die darin enthaltene Zugabe lieben gelernt. Man kann es endlos diskutieren, aber meine Meinung steht fest:

Schnitte mit bereits enthaltenen Nahtzugabe sind besser!

Der Trick dabei ist, dass man sich diese Nahtzugabe (NZ) auf der Nähmaschine markiert. Viele Maschinen haben bereits solche Markierungen. Falls nicht: Ein Streifen Tesafilm oder schickes Washitape exakt 1,5 cm links von der Einstichstelle der Nadel (mittlere Stellung natürlich) und man legt den mit den üblichen 1,5 cm zugeschnittenen Teile nur an diese Kante und näht los. Einfacher geht’s nicht.

Ich nähe so seit fast 30 Jahren und will es nicht mehr anders haben.

Was also tun, wenn man deutsche Schnitte in der Hand hat? (Manche deutsche Firmen bieten bereits Schnitte, an wo die NZ enthalten ist, da braucht ihr diese Methode natürlich nicht)

Ich habe meine eigene Methode: Ich kopiere den Schnitt wie üblich. Pausen, radeln, ausdrucken. Wie es beliebt.

Aber bevor ich ihn ausschneide, nehme ich mein Handmaß und zeichne die 1,5 cm einfach dran und schneide dort aus. Meist reicht es, alle paar cm eine Markierung einzuzeichnen, beim Ausschneiden findet die Schere ihren Weg von Markierung zu Markierung und man hat den Schnitt inklusive NZ.

Ich habe es anhand des Espandrilles Schnitt mal fotografiert. Hier allerdings werden 1 cm NZ angegeben, was auch Sinn macht, bei so kleinen Schnittteilen:

espandrilles_prym_14

Wie ihr seht, lege ich ein Maßband an und zeichne die NZ vor. Man sollte das Maßband im rechten Winkel zur Schnittlinie anlegen (im Foto ist es leicht verrutscht, sorry). Dann schneidet ihr von Strich zu Strich und habt eine saubere Linie geschnitten.

Die fertigen Schnittteile immer GUT beschriften! Ich schreibe auf alle Schnittmusterteile immer die Größe, und wichtige Angaben. UND welche NZ ihr eingezeichnet habt!

Damit man es hier besser sieht, habe ich buntes Papier benutzt. Wenn ich für mich selbst arbeite, nehme ich was grad rumliegt. Darum sind Notizen und Größenangaben wichtig, damit man beim nächsten Nähen noch weiß, was man da vor sich hat.

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Das war’s auch schon für heute. Morgen werde ich den Schnitt dann nach meinen Vorstellungen ändern. Dabei ist die Vorgehensweise bei kleinen Schnitten genauso wie bei großen. Anhand der Espandrilles kann man das super zeigen.

Hier geht es zu allen Beiträgen des Prymcontest im Überblick:

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