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Wie man ein Schnittmuster verändern kann



espandrilles_prym_20Schnittchen gefällig?

Heute zeige ich euch anhand des Espandrilles Schnittmusters, wie man ein Schnittmuster verändern kann.

Das ist kein großes Geheimnis, nur ein bisschen Geometrie und gesunder Menschenverstand. Da ich von letzterem so wenig besitze, hat mir die Grundlagen meine Schwägerin Susanne Born gezeigt, die in meinen Augen die beste Schneiderin auf diesem Planeten ist. das ist zwar eine Ewigkeit her, aber sowas verlernt man nie so ganz.

Wenn man nun einen Schnitt hat, von dem man weiß dass er passt, dann kann man alle Linien verschieben wie man möchte, indem man den Schnitt zerschnippelt.

Zum Beispiel bei Abnähern ist das sehr praktisch, da man diese hinlegen kann wo man möchte. In den letzten Jahren sieht man viele Drapierungen.. jeder Brustabnäher lässt sich geschickt in solchem Faltengedöns verstecken.

Aber zurück zum Schuh (jedes Mal muss ich da an meine Facebook-Freundin Yvonne Schuh denken, kicher).

Bei dem Schuh möchte ich an der hinteren Ferse einen Gummizug einarbeiten. Weil das Gummi den Stoff raffen soll, brauche ich mehr Weite. Welche der Gummi dann wieder einhalten soll.

Ich finde das selber seltsam während ich es schreibe, aber irgendwie denke ich mir dass muss richtig sein. Oder so.

Also will ich die obere Kante des hinteren Schuhteils verlängern, aber nicht die untere. Dazu schneide ich das Teil mittig auseinander und klebe es auf wie im Foto.

Vorher nochmal ein Bild, welches ich gestern vergessen hatte zu zeigen. Wenn man so wie ich gerne mit Schnitten herumspielt, muss man natürlich Kopien der Schnittteile machen. Dabei empfehle ich, IMMER beim kopieren oder scannen ein Maßband einzulegen. Glaubt es mir: Mein Drucker zickt schon mal und druckt Seiten minimal kleiner aus. Dann passt der Schnitt nicht mehr. Wenn ich gescanntes Maßband und reales Maßband vergleiche und bei sind gleich, dann hab ich alles richtig gemacht.

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Weiter zum anpassen an meine Wünsche. Ich habe den Schnitt zerschnitten und neu aufgeklebt. Dann wieder meine Nahtzugaben angezeichnet. Heute liegt das Band korrekt, im rechten Winkel zur Kante:

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Wie man sieht, ergibt das eine komische Form. Profis nehmen nun ihre Kurvenlineale zur Hand. Meines ist irgendwo. Irgendwo bedeutet: Ich muss erst drei Stunden suchen. Also machen wir das freihändig. Ich glätte die Form. Dabei messe ich nach, ob sich unten die Schnittkante verlängert hat, tut sie nicht, wie gewünscht. Sonst passt das hintere Schuhteil nicht an die Sohle. Oben ist sie länger geworden, was ja der Sinn der Übung war.

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Das war einfach, gell? Genauso einfach ist es, Ärmel-Kugeln zu verändern. Zum Beispiel aus einem normalen Ärmel einen Puffärmel zu machen. Bei solch starken Rundungen wie Ärmeln sollte man mehrere Einschnitte machen und auseinanderschieben. Damit man es leichter hat eine schöne neue Linie zu zeichnen.

Schnittmuster sind dreidimensionale geometrische Formen. Wie unser Körper auch. Keine Zauberei. Schlichte Geometrie. Allein deshalb liebe ich das Nähen.

Unten nun das fertige, veränderte Schnittmuster. Mit Nahtzugaben. Soweit die Theorie. Ob das in der Praxis was wird… bleibt abzuwarten.

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