In zwei Tagen startet die Creativeworld in Frankfurt, und die Messeleitung hatte im Vorfeld zu einem Wettbewerb für kreative Hüte aufgerufen. 2015 konnte ich noch bei den Gewinnern (Kissen-Wettbewerb) dabei sein, dieses Jahr hat es leider nicht für eine Platzierung gereicht. Dennoch möchte ich euch meine Hut-Idee zeigen, denn sie löst ein Problem, dass Menschen wie ich immer beim Hutkauf haben: Der Kopf ist zu groß.

Jaja… wenn ich sage „Ich bin ein Dickschädel“ gibt es immer großes Gelächter, denn das stimmt in jeder Beziehung. Trotzdem habe ich in meinem ganzen Leben noch keinen Hut von der Stange gekauft: Ich habe 4 cm mehr auf der Birne als jede andere Frau.

Wenn ich Hüte gekauft habe, dann nur Sonderanfertigungen (teuer) oder Männerhüte. Oder ich habe mir welche gehäkelt, aber das ist eine andere Geschichte.

Für den Wettbewerb der Messe wollte ich online einen Filzrohling bestellen. In einer Cloche(Glocken)form. Gab es nicht in meiner Größe. Natürlich kann ich mir zig trillionstel Hüte selber nähen, aber ich wollte diese runde Hutform der 20er Jahre unbedingt, und zwar wirklich RUND und ohne Naht.

Das habe ich mit Filzen gelöst. Und mir Wollfilz besorgt, den ich dann in Form geschnitten habe, und statt diese zu vernähen dann zusammen gefilzt habe. Und weil das vielleicht kryptisch klingt, habe ich euch ein Foto gemacht.

Im ersten Schritt habe ich einen billigen Sommerhut als Vorlage genommen. Außenrum Papier gelegt (was die Form automatisch vergrößert) und dies als Schnittmuster hergenommen (kleines Foto oben rechts). Dass die Abnäher hier völlig wild durcheinander liegen hat mich nicht gestört, da diese später unsichtbar werden.

hut_selbermachen_02

Diesen Schnitt habe ich mit Kugelschreiber auf meinen Filz übertragen. Der Kuli ist später innen und auch nicht mehr sichtbar (wenn man den Hut trägt). Diese Abnäher habe ich dann zusammengefilzt. Ich habe mir zu diesem Zweck eine „Addi Quick“ gekauft, die geniale Handfilzmaschine der rührigen Erfinderin Jessica von der Fecht (Klick). Ich habe sie auf einer Handarbeitsfachmesse kennenlernen dürfen, und war von ihrer Erfindung begeistert. Endlich habe ich auch eine konkrete Anwendung für die Maschine: Hüte in Form bringen!

Mit der Addi Quick ging das Filzen ratz fatz. Die Nahtzugaben habe ich kurzerhand miteinander verfilzt, so dass keine Naht zu sehen ist. Nach einer Stunde Quick Filzen hatte ich meine Glockenform für den Hut. In meiner Größe. Perfekt.

Da ich grade eine Filzmaschine in der Hand hatte, gab es kein Halten mehr. Aus den Resten des Zuschnitts habe ich frei Hand große und kleine Blätter geschnitten. Diese kann man- weil man ja Wollfilz für den Hut benutzt- gleich auf den Hut auffilzen. Durch den Vorgang des Nadelfilzens verbindet man die Stoffe miteinander.

Ebenso die grünen Verzierungen: Diese sind mit Filzwolle aufgebracht. Ich musste mich irgendwann bremsen, denn es ging so leicht von der Hand und so fix, ich hätte fast den ganzen Hut überfilzt.

Nach getaner Arbeit hat mein Jüngster mich mit meinem neuen Hut fotografiert.

filzhut03

Ich mag meinen Cloche. Oder Filzhut. Oder Glocke. Elfenkappe? Egal, Hut steht mir gut, und ich habe ihn auch schon ausgeführt. Ich hoffe, die Idee gefällt euch. Dickschädel müssen nicht mehr hutlos bleiben. Und Addi (der Hersteller der Filzmaschine) ist sowieso eine tolle Firma.

filzhut_cloche_glocke

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  1. Bärbel, der Hut sieht super aus. Sehr professionell gearbeitet und er steht dir wunderbar!
    LG, Katharina

  2. Wow – der Hut sieht echt toll aus! Eine tolle Idee!

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